Kultur in Buenos Aires

Theater und Museen

Buenos Aires beherbergt das Teatro Colón, eins der größten Opernhäuser der Welt. Es gibt daneben Symphonieorchester und Chöre. Beides gehört sowohl der Nationalregierung und der Stadtregierung. Buenos Aires besitzt zahlreiche Museen, und zwar historische Museen, Museen der schönen Künste, der modernen Künste, der dekorativen Künste, der Volkskunst, der Kirchenkunst. In Buenos Aires finden sich Theater und Pop-Künstler sowie eine beträchtliche Anzahl von Kunstsammlern, -verfassern, -komponisten und Künstlern. Buenos Aires beherbergt viele allgemeine Bibliotheken und kulturelle Verbindungen und es ist dort die größte Konzentration der aktiven Theater in Lateinamerika zu finden. Buenos Aires hat einen weltberühmten Zoo und botanischer Garten, viele landschaftlich schöne Parks und Plätze sowie Kirchen und Gebetsstätten aller Konfessionen. Viele davon sind architektonisch bemerkenswert.

Die Mehrheit der Porteños sind römisch-katholisch. Buenos Aires ist der Sitz eines römisch-katholischen Erzbischofs, der oberster Hirte Argentiniens und von verschiedener östlich orthodoxer und anglikanischer Priester ist.

Sprachvariationen

Argentinier bezeichnen ihre Sprache als Castellano (Castilian). Der Dialekt, der in Buenos Aires (als auch in anderen großen Städten wie Rosario und Montevideo, Uruguay gesprochen wird) charakterisiert sich durch Voseo, Yeísmo and Aspiration oder Verlust des stimmhaften End-S. Die Sprache ist stark beeinflusst von dem Spanisch, wie es in Andalusien und Murcia gesprochen wird. Manchmal bezeichnet man sie als Rio Plata Spanisch.

Im frühen 20. Jahrhundert nahm Argentinien Millionen von Auswanderern, größtenteils aus Italien und Spanien auf. Die italienischen Immigranten sprachen meistens ihren örtlichen Dialekt (Neapolitanisch, Sizilianisch und Genuesisch), Die Adoption des Spanischen erfolgte bei ihnen nur schrittweise. Ein Kauderwelsch von italienischen Dialekten und Spanisch, Cocolisch genannt, war zu Beginn des 20. Jahrhunderts weit verbreitet. Sein Gebrauch zerfiel in den 1950er Jahren und heute hat es nun noch in Comicstrips überlebt.

Weil viele spanischen Einwanderer aus Galizien kamen, wurden die Spanier im allgemeinen Gallegos, Galizier, genannt. Die Galizische Sprache und Kultur war in Buenos Aires im 20. Jahrhundert am meisten verbreitet. In den jüngeren vergangenen Jahren haben Nachkommen der galizischen Einwanderer einen Mini-Boom in keltischer Musik hervorgerufen, der auch die walisischen Traditionen Patagoniens beeinflusste.

Bis 1960 war jiddisch weit verbreitet in Buenos Aires, besonderes im Stadtteil Balvanera und in Villa Crespo. Seit 1980 hat sich die koreanische und chinesische Sprache lebendig fortentwickelt.

Die meisten der neuen Einwanderer lernen sehr schnell Spanisch und fügen sich damit in die Stadt ohne Probleme ein.

Lunfardo

Lunfardo, eine Art Geheimsprache, entwickelt von den Gefangenen und der Unterklasse an der Flussmündung, verbreitete sich mit der Zeit unter allen Porteños. Lunfardo benutzt Wörter aus italienischen Dialekten, aus Brasilien und Portugal, aus Afrika und von karibischen Ureinwohnern und sogar Englisch. Und Lunfardo benutzt humorvolle Tricks wie das Umkehren von Silben innerhalb eines Wortes (vesre). Lunfardo wird selten von Porteños benutzt, meistens bei nicht förmlichen Gelegenheiten. Der Slang der jüngeren Generationen hat sich zudem in eine andere Richtung, fort vom Lunfardo, entwickelt.

Who is who in Buenos Aires?

Buenos Aires war die Heimat der argentinischen Schriftsteller Leopoldo Lugones, Jorge Luis Borges, Manuel Mujica Laínez, Adolfo Bioy Casares, Ernesto Sábato, Leopoldo Marechal, Victoria Ocampo und Julio Cortázar (der für viele Jahre in Paris lebte). Internationale Berühmtheiten, die in Buenos Aires lebten, waren René Goscinny, Marcel Duchamp, Witold Gombrowicz, Jerry Masucci, Romola Nijinska, Rosa Chacel, Antoine de Saint-Exupéry und Eugene O' Neill, John S. Reed und Aristotle Onassis.

Während des Spanischen Bürgerkriegs und seinen Nachwirkungen, bot Buenos Aires eine Zufluchtsstätte für viele Menschen, auch für den Philosophen José Ortega y Gasset und den Komponisten Manuel de Falla, der später nach Córdoba umzog.

Die Universität von Buenos Aires, eine der Spitzenuniversitäten Südamerikas, hat 5 Nobelpreisgewinner hervorgebracht und bietet freie Ausbildung für Studenten der ganzen Welt an.

Für viele Menschen des 20. Jahrhunderts war Buenos Aires die kulturelle Hauptstadt der spanisch sprechenden Welt und viele Porteños stellten ihren Reichtum zur Schau. Das ist die Ursache des in Lateinamerika weit verbreiteten Klischees, Argentinier seien eingebildet und arrogant. Einige, besonders die Uruguayer, machen einen Unterschied zwischen den Porteños und den Provincianos (Leute aus den Provinzen), die von dem Vorurteil ausgenommen werden.

Buenos Aires ist das Hauptzentrum für Psychoanalyse besonders der lacanischen Schule.

Adliges zum Schluss: Prinzessin Máxima der Niederlande, geboren am 17. Mai 1971 in Buenos Aires als Máxima Zorreguieta Cerruti, ist die Frau von Prinz Willem-Alexander der Niederlande, dem Thronfolger der Niederlande.