Chubut
Geschichte
Bevor die Spanier in Südamerika ihr (Un)Wesen trieben, bewohnten verschiedene indianische Nomadenstämme, so auch die Tehuelches, die Ebenen von Patagonien. Im 17. und 18. Jahrhundert begannen die spanischen Missionare ihre Tätigkeit in dem Gebiet. Bekannt ist vor allem Vater Nicolás Mascardi.
In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Fort San José auf Península Valdés gegründet, später allerdings von den Eingeborenen wieder zerstört. Im 19. Jahrhundert waren es Waliser, die nach Chubut mit dem Schiff Mimosa kamen und im Gebiet des Chubut Valley siedelten.
Als Teil des berüchtigten Wüstenfeldzuges (Conquesta del Desierto) wurde das Nationalgebiet von Chubut im Jahr 1884 geschaffen - mit Luis Fontana als Gouverneur. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, nach dem Buren-Krieg, siedelten einigen Buren in der Stadt Sarmiento und in umliegenden Städten.
1944 wurde der südliche Teil von Chubut und der nördliche Teil von Santa Cruz zur Comodoro Rivadavia Millitärzone erklärt. Diese Zone wurde 1955 aufgelöst und Chubut wurde zur Provinz gemacht.
Innerstaatliche Einwanderung in den letzten Jahrzenten des 20. Jahrhunderts,
besonders aus Buenos Aires, führte zu einem Anwachsen der Bevölkerung von 190.000 im Jahr 1970 auf 357.000 im Jahr 1991 bis auf 413.237 im Jahr 2001. Die meisten Menschen leben in den großen Städten oder - in geringer Zahl - entlang des Chubut Flusses. Das hat zur Folge, das in den meisten departamentos (Bezirken) des Landes statistisch weniger als 1 Einwohner auf 1 Quadratkilometer lebt.
Geographie
Die größte Stadt der Provinz Chubut ist Comodoro Rivadavia mit mehr als 125.000 Einwohnern. Sie liegt im Süden der Provinz. Die Hauptstadt der Provinz ist allerings Rawson - mit lediglich 25.000 Einwohnern. Andere wichtige Städte sind Puerto Madryn, Trelew, Esquel und Sarmiento. Gaiman ist ein kulturelles und demographisches Zentrum der Region, bekannt unter dem Namen Y Wladfa. Dort leben sehr viele Argentinier walisischer Abstammung. Es gibt etwa 25.00 walisisch sprechende Einwohner in der Chubut Region, hauptsächlich in den ursprünglich walisischen Siedlungen Trelew und Trevelin.
Wirtschaft
Der Hauptwirtschaftsfaktor ist Petroleum; auf diesem Rohstoff basiert die
Industrie und wirtschaftliche Entwicklung der Provinz. Der dortige Anteil der
gesamt-argentinischen Ölproduktion beträgt 13 %. Chubut ist berühmt für seine Ovine Rinderzucht. Die ebenso bedeutende Wollproduktion geht aber zugunsten der synthetischen Textilerzeugung mehr und mehr zurück. Die Fischerei in Chubut macht 21 % des argentinsichen Gesamtvolumens aus.
Der Tourismus ist ein wachsender Wirtschaftsfaktor. Hauptbesucherattraktionen sind die Halbinsel Peninsula Vald´s und Punta Ninfas mit den Walen und Seeelefanten, Pinguinen, Orcas und anderen Wildtieren. In den Anden wird der Los Alerces Nationalpark mit seinen beeindruckenden Seen und Wanderpfaden nahe von Esquel häufig besucht. La Trochita, der Alte Patagonien Express, ein alter Dampfzug, berühmt durch Paul Theroux, zieht viele Touristen nach Esquel. Ebenso ist das La Hoya Ski-Zentrum ein Touristenmagnet. Der versteinerte Wald nahe Sarmiento ist ein
150 Quadratkilometer großer Park mit einigen der größten fossilen Bäumen der Welt.
Verkehr
Die Ruta Nacional 3 verläuft an der Küste entlang nach Buenos Aires und hinab bis nach Tierra del Fuego (Feuerland). Die Ruta Nacional 25 durchquert Chubut von Osten nach Westen, wobei sie Trelew mit Esquel verbindet. Sie ist nur teilweise asphaltiert. Linienbusse fahren mehrmals täglich die Strecke nach Buenos Aires und zu verschiedenen Orten in der Provinz Santa Cruz. Die kurzen Strecken in Chubut werden ebenfalls mindestens einmal am Tag durch Busse bedient. Im Sommer gibt es auch täglich Busse auf der Ruta Nacional 25.
Der Trelew Flughafen stellt eine Luftverbindung zu Buenos Aires und El Calafate her.
Die Hauptverkehrslinien sind die Ruta 2 von Puerto Piramides und Peninsula Valdes 82 km westlich zur Ruta 3, die nord-südlich über Trelew und Comodoro Rivadavia verläuft, 26 west von Comodoro Rivadavia 223 km zur Ruta 20 , die sich nördlich 178 km nach Jose de San Martin fortsetzt, 22 north von Perito Moreno (Santa Cruz Provinz) 125 km zur Ruta 20, 25 west von Trelew 341 km zur Ruta 62, die sich westlich 166 km zur Ruta 40 bei Tecka fortsetzt, 40 verläuft nördlich 266 km über Esquel nach Cabeza del Indio, 30 östlich 73 km von 3 zur Küste bei Camarones, 259 West von Esquel nach Chile. Vier Straßen verlaufen westlich nach Chile's Aysén Region, nach Balmaceda und Coihaique Alto, and zwei nach Chile's Los Lagos Region von Corcovado nach Palena und von Esquel über Trevelin nach Futaleufu. Flüghäfen gibt es in Comodoro Rivadavia, Rawson und Esquel.
Politische Bezirke
Chubut ist in 15 Bezirke (departamentos) aufgegliedert (hier mit der jeweiligen Bezirkshauptstadt in Klammern):
Cushamen Department (Leleque)
Escalante Department (Comodoro Rivadavia)
Florentino Ameghino Department (Camarones)
Futaleufú Department (Esquel)
Gaiman Department (Gaiman)
Gastre Department (Gastre)
Languiñeo Department (Tecka)
Mártires Department (Las Plumas)
Paso de Indios Department (Paso de Indios)
Rawson Department (Rawson)
Río Senguerr Department (Alto Río Senguerr)
Sarmiento Department (Sarmiento)
Tehuelches Department (José de San Martín)
Telsen Department (Telsen)
Biedma Department (Puerto Madryn)
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