Gletscher Perito Moreno bricht im Winter
Der argentinische Gletscher Perito Moreno brach Ende Juni 2008 erstmals seit 1917 wĂ€hrend des Winters der SĂŒdhalbkugel durch. Schon Tage vorher hatten die Wassermassen einen Tunnel unter dem vordersten Teil des Gletschers gegraben. Grosse Teile der gigantischen, bis zu 60 Meter hohen Eisbarriere waren bereits in den vergangenen Tagen ins Wasser gestĂŒrzt. Zuletzt trat dieses Ereignis der Natur 1988, 2004 und 2006 ein. Die Eisbarriere brach jedesmal mit ohrenbetĂ€ubendem Krachen und es strömte eine Flutwelle in den See.
Der riesige Eisdom des Gletschers brach auch in diesem Jahr donnernd in sich zusammen. Dieses spektakulĂ€re NaturphĂ€nomen war fĂŒr diese Jahreszeit jedoch nicht erwartet worden. Es ereignete sich frĂŒh am Vormittag des 2. Juli 2008, im tiefsten argentinischen Winter. Touristen oder Einheimische waren deshalb nur sehr wenige am Ort. Der Perito Moreno Gletscher ist einer der wenigen Gletscher auf der Welt, die sich noch im Wachstum befinden. Seit Jahrzehnten schiebt sich der Perito Moreno immer wieder so weit in den See Lago Argentino, dass er ihn in zwei Teile zerteilt und sich das Wasser auf der oberen Seite des Gletschers staut.
In der Vergangenheit wurden Höhenunterschiede der Wasserspiegel von bis zu 30 Metern festegestellt. Alle drei bis sechs Jahre bricht sich das Wasser dann einen Weg durch das Eis. Dieses Jahr hatte die Eisbarriere lÀnger gehalten, weil das aufgestaute Wasser durch den Tunnel abgeflossen und der Druck auf die Eisbarriere dadurch nachgelassen hatte.
Die Region des Gletschers Perito Moreno liegt 2500 Kilometer sĂŒdwestlich von Buenos Aires und ist sehr dĂŒnn besiedelt. Es gab somit keine Gefahr fĂŒr Siedlungen.
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