Generalstreik legte im April 2014 ganz Argentinien lahm

Ungeachtet der Tatsache, dass Argentiniens Arbeitnehmer in diesem Jahr 30-prozentige Lohnerhöhungen einstreichen können, haben die Gewerkschaften im April dieses Jahres zum Generalstreik aufgerufen. Die Arbeitnehmer sind dem Aufruf gefolgt und haben das wirtschaftliche Leben des Landes lahmgelegt.
Subte (U-Bahn), Colectivos (Busse), der Aeropuerto Ezeiza (Flughafen) und viele öffentliche und private Einrichtungen wie Supermärkte wurden bestreikt. Zwar gingen die internationalen Flüge, allerdings gab es das Problem, den Flughafen zu erreichen. Es fuhr kein Bus, die Zugangsstraßen zum Flughafen waren blockiert. Streikposten waren von den Gewerkschaften an mehreren wichtigen Verkehrskreuzungen aufgestellt worden. Doch der Verkehr wurde unter starker Polizeibeobachtung lediglich zum Teil blockiert.


Doch warum der Streik?
Es ist die beinahe galoppierende Inflation, die die Löhne und Gehälter aufzehrt. 30 Prozent waren es im vergangenen Jahr. Für 2014 werden 40 Prozent erwartet. Die Gewerkschaften fordern einen Ausgleich, wollen freie Tarifverhandlungen. Hugo Moyano, Generalsekretär des Verbandes CGT, sagte, mit dem 17-tägigen Lehrerkonflikt im März 2014 sei deutlich geworden, dass die Regierung versuche, die Gehaltsanpassungen zu reglementieren.
Bis 2011 lag die Gewerkschaft noch auf der Linie der Regierung von Cristina Kirchner. Doch steigende Staatsausgaben bei mäßigem Wirtschaftswachstum brachten die Inflation auf ein Niveau, das die Kaufkraft der Arbeitnehmer schwer traf. Das können die Gewerkschaften ihren Mitgliedern nicht zumuten.
So verpuffte die Gehaltsanpassung von 24 Prozent im Jahr 2013. 10 Prozent der Kaufkraft waren durch die Inflation weg, will man das in diesem Jahr aufholen, so wäre eine Gehaltsanpassung von 40 Prozent erforderlich.
Die Regierung unterstellt den Gewerkschaftsführern politische Motivationen und erpresserische Methoden.

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