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Sieg fĂŒr die Demokratie in der argentinischen Provinz Misiones

In der argentinischen Provinz Misiones wurde gewĂ€hlt. Es wird in dieser Provinz auch kĂŒnftig keine unbeschrĂ€nkte Wiederwahl des Gouverneurs geben. 57 % der WĂ€hler stimmten gegen die geplante Änderung der Provinzverfassung.


In Missiones wurden die die 35 Mitglieder der verfassungsĂ€ndernden Versammlung gewĂ€hlt, die sogenannten “constituyentes”. Diese entscheiden dann, ob der Gouverneur von Misiones kĂŒnftig unbegrenzt wiedergewĂ€hlt werden darf. Die bisherige - und auch zukĂŒftige - verfassungsrechtliche Regelung sieht höchstens zwei Amtszeiten des Gouverneurs von vier Jahren nacheinander vor.
Der zurzeit amtierende Gouverneur Carlos Rovira hatte diese Wahl veranlaßt. Hintergrund: im Oktober 2008 geht seine zweite Amtszeit zu Ende. Eine Wiederwahl wĂ€re ohne VerfassungsĂ€nderung nicht möglich.
Dem Wahlvolk von Misiones standen 2 Listen zur VerfĂŒgung: die der Kirche (an der Spitze der Bischofs von Foz de IguazĂș: JoaquĂ­n Piña) oder der amtierenden Regierung ( an der Spitze der Gouverneur Carlos Rovira).

Die Wahl in Misiones hatte schon vor Monaten in ganz Argentinien fĂŒr Aufsehen gesorgt. Es kam zu öffentlichen Wortgefechten zwischen der katholischen Kirche und dem amtierenden argentinischen PrĂ€sidenten NĂ©stor Kirchner. Kirchner hatte Rovira unterstĂŒtzt. JoaquĂ­n half hingegen der Opposition. Ihm folgten andere katholische Geistliche, aber auch etliche evangelische Kirchen und sozialistische Parteien. Von den Kanzeln der Kirchen wurde politisiert: Rovira habe in nicht unerheblichem Umfang korrupiert und Stimmen gekauft, konnte man in der regierungskritischen Provinzzeitung „el territorio“ lesen. Nur fĂŒnf Tage
vor der Wahl habe man festegestellt, dass ein Rovira-WÀhler sechs IdentitÀtskarten (DNI) getragen habe, wovon nur eine ihm gehöre. Die anderen ohne Bild seien von fremden Personen - von Personen, die glaubten, ihre DNI sei noch auf dem offiziellen Amt in Bearbeitung und noch nicht abholbereit. Zur selben Zeit hÀtten rund 400 Frauen beim RegierungsgebÀude von Rovira in Posadas einen 1000-Pesos-Kredit erhalten.
In einem weiteren Zeitungsartikel ließ sich nachlesen, dass ca. 90 % der Polizisten gegen Rovira wĂ€hlen wĂŒrden. Die Konsequenz dieses Artikels sei gewesen: Die Polizisten hĂ€tten ein ein Verbot erhalten, an Kirchenmessen teilzunehmen und hĂ€tten ihre DNI einen Tag vor der Wahl auf dem Polizeiposten abgeben mĂŒssen.
Eine andere Quelle schreibt, dass der Zeitung „el territorio“ alle WerbeauftrĂ€ge und offenen Rechnungen durch die Regierung annulliert worden seien.

Piñas Liste hat die Wahl klar gewonnen. Die verfassunggebende Versammlung besteht danach aus 20 Piña- und nur aus 15 Rovira-AnhÀngern. Eine Wiederwahl Roviras ist damit ausgeschlossen.
FĂŒr den Rovira unterstĂŒtzenden argentinischen PrĂ€sidenten Kirchner, der in Santa Cruz eine solche Wiederwahl realisieren konnte, ist dies eine Niederlage. In Argentinien kursieren GerĂŒchte, dass Kirchner nĂ€chstes Jahr auf nationaler Ebene Ă€hnliches vorhabe.


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