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Paco -Droge der Armen in Buenos Aires

Laut einer Studie der Provinz Buenos Aires hat sich der Paco-Konsum zwischen 2001 und 2005 verdreifacht. Nach einer in einem Elendsviertel durchgefĂŒhrten Umfrage der Provinzregierung nehmen rund die HĂ€lfte der mĂ€nnlichen Jugendlichen zwischen 14 und 30 Jahren regelmĂ€ĂŸig die Droge. Und Paco steht an der Spitze der konsumierten Drogen. Von den Befragten, die sich zum Drogenkonsum bekannten, nehmen demnach 47 % Paco, wĂ€hrend Marihuana, Kokain und betĂ€ubende SchnĂŒffelsubstanzen wie Klebstoffe weit dahinter rangieren.

Der Paco ist die Droge der Armen in Buenos Aires. Paco entsteht als Abfallprodukt bei der Kokaingewinnung. Besonders in den Elendsvierteln, den Villas Miserias, hat die Droge seit der Wirtschaftskrise in Argentinien 2001 starke Verbreitung gefunden. Eine Ration Paco zum Rauchen kostet lediglich 1 - 2 Pesos (25 bis 50 Cent). Das ist wenig - und doch viel, angesichts der Einkommenssituation und Armutsgrenze in Argentinien.

Die AbhĂ€ngigkeit ist enorm. Nach den wenigen Minuten der Euphorie setzt eine Depressionsphase ein und der SĂŒchtige benötigt sofort eine neue Dosis.

Der Programmkoordinator der auf DrogenbekĂ€mpfung spezialisierten Regierungsorganisation Sedronar hĂ€lt die AbhĂ€ngigkeit von dem Kokainsulfat fĂŒr einen “gnadenlosen Teufelskreis”: 50, 60, oder auch 70 Ladungen Paco am Tag seien keine Seltenheit.
Dadurch wird der Drogenkonzum auch wieder teuer, denn aufgrund des andauernden psychischen Drucks, den Entzugserscheinungen zu entgehen, ist es nicht selten, dass ein Paco-Konsument fĂŒr seine Sucht mehr Geld aufwenden muss, als ein KokainabhĂ€ngiger aus der wohlhabenden Bevölkerungsschicht. Die Folge ist eine BeschaffungskriminalitĂ€t: DiebstĂ€hle oder RaubĂŒberfĂ€lle.

Die gesundheitliche Gefahr des Paco-Konsums ist nicht minder schlimm. In vielen FĂ€llen verliert der SĂŒchtige in kurzer Zeit sehr stark an Gewicht. Das hĂ€ngt mit dem Abmagerungseffektes der Droge aber auch damit zusammen, dass die AbhĂ€ngigen durch den stĂ€ndigen Kampf gegen die Entzugserscheinungen nicht mehr essen und kaum noch schlafen können. Es treten SchĂ€digungen des Gehirns und anderer Organe ein. Die soziale Isolation folgt auf dem Fuß.

Das GeschĂ€ft mit Paco wirft nur geringe Gewinne ab - wenn man den Vergleich zu anderen Drogen, z. B. dem Kokain zieht. Den DrogenhĂ€ndlern dient es aber dazu, das große GeschĂ€ft mit der Droge Kokain zu schĂŒtzen. Die Paco-SĂŒchtigen erledigen fĂŒr die Dealer oft SpionagetĂ€tigkeiten und stehen wegen ihrer AbhĂ€ngigkeit auch in gefĂ€hlichen Situationen zu den Drogenbanden.

Der Kampf gegen Paco kann nur dann gewonnen werden, wenn sich die sozialen VerhĂ€ltnisse verbessern. Die RĂŒckfallgefahr nach einer - seltenen -erfolgreichen Therapie ist groß, wenn die Jugendlichen erneut in dieselbe soziale Misere zurĂŒckkehren - so der Gesundheitsminister der Provinz Buenos Aires.

In den Entziehungskliniken bilden Paco-SĂŒchtige den grĂ¶ĂŸten Anteil. Das sagt z. B. ein Mitarbeiter der privaten Vereinigung Revivir, die in Avellaneda bei Buenos Aires eine Ambulanz fĂŒr AkutfĂ€lle und lĂ€ngerfristige Therapieprogramme anbietet.


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