Die Soja-Republik Argentinien
Die argentinischen Exportwirtschaft boomt. Es gibt Wachstumsraten, die sich mit denen von China vergleichen lassen. Ein Faktor ist die Ausfuhr von 44 Millionen Tonnen Sojabohnen pro Jahr. Doch was des einen Freud ist des anderen Leid: viele Kleinbauern in den argentinischen Provinzen haben massive Probleme. Der Soja-Anbau bedroht ihren Lebensraum. Sie werden von groĂen Agrarunternehmen verdrĂ€ngt. Die Politik steht dabei eher auf der Seite der GroĂunternehmer, die Kleinbauern mĂŒssen sich deshalb selbst helfen, wenn sie können
Wenn nicht. mĂŒssen die Bauern aufgeben und in der Stadt Arbeit suchen. Wenn sie GlĂŒck haben, finden sie Arbeit dort, wenn nicht, gehen sie in die Villas miserias. So nennt man die die Slums am Rande der argentinischen GroĂstĂ€dte.
In Argentinien gibt es noch ca. 250.000 Kleinbauern. Oft haen diese jedoch keine Besitzurkunden ĂŒber das Land, auf dem sie leben. Oft geschieht es deshalb, dass der Staat das Land als herrenlos den sog. Sojeros, den groĂen Sojabauern, verkauft.
Zwischen 1988 und 2002 gaben 80.000 bis 100.000 kleine landwirtschaftliche Betriebe auf, erzÀhlt er. Im argentinischen Agrarministerium in der Hauptstadt Buenos Aires ist das Problem bekannt.Jedoch kann man dort nicht viel tun. In der Provinz gehen dir Uhren anders. Dort existieren Korruption und Vetternwirtschaft zwischen Polizei, Politik und Wirtschaft.
Doch mit dem Soja gibt es ein weiters Problem. Beinahe 100 % des in Argentinien angebauten Sojas ist gentechnisch verĂ€ndert. Des weiteren. Es wird mit dem Herbizid Glyphosat gespritzt. Dieses Herbizid vernichtet alle Pflanzen mit Ausnahme dem gentechnisch resistent gemachten Soja. Offiziellen Studien existieren zwar nicht, doch Ărzte berichten von medizinischen Auswirkungen, von vermehrten Missgeburten und Krebserkrankungen und Allergien.
Argentinien ist auf dem Weg, eine Soja-Republik zu werden. Der Soja-Anbau verdrĂ€ngt andere Erzeugnisse wie Fleisch, GemĂŒse, Milch oder Reis. Diese werden knapper und folglich teurer. Die neue Landwirtschaft rationalisiert, sie ersetzt die Menschen durch Maschinen.
Die Frage lautet: wird es ein Umdenken geben? Werden sich die Kleinbauern so organisieren können, dass sie ĂŒberleben können? Ohne UnterstĂŒtzung sicher nicht.
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