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Urlaubsziel Buenos Aires

Immer mehr deutsche Urlauber entdecken Buenos Aires, die Hauptstadt Argentiniens, als Reiseziel. Das ergibt sich aus den Zahlen, die das argentinische Tourismusministerium unlängst veröffentlichte. Danach ist bei den Flügen in die Metropole Südamerikas in den letzten Jahren ein deutlicher Zuwachs zu verzeichnen.

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Perón wird umgebettet

Juan Domingo Perón war zweifacher Präsident Argentiniens und ist, wie seine Ehefrau Evita, unvergessen. Er ist seit mehr als 30 Jahren tot. Heute wird er in ein neues Mausoleum überführt.

Perón verstarb 1974, seine Ehefrau Evita bereits 1952. Ihre Leichen sind nichtsdestotrotz immer wieder Thema der Politik. Heute werden die sterblichen Überreste von Perón aus der Familiengruft auf dem größten Friedhof von Buenos Aires geholt, duch die Stadt getragen und in ein neues Mausoleum auf seinem ehemaligen Landgut in der Vorstadt überführt. Die Baukosten des Mausoleums beliefen sich auf über 1 Million Euro, die von den Gewerkschaften und aus Spenden finanziert wurden. Auf dem Landgut hatte er mit Evita seine glücklichste Zeit verbracht.

Am letzten Freitag würde der Sarg Peróns geöffent. Er ist von einer Panzerglaswand geschützt, die nur mit 12 Schlüsseln geöffnet werden kann. Einer der beteiligten Experten erklärte: ” Er sit immer noch klar als Perón erkennbar. Haut und Knochen haben sich im Metallsarg gut erhalten. Auch die Galauniform ist in gutem Zustand.”

Den Überresten Peróns wurde eine DNA Probe entnommen. Hintergrund ist ein Verlangen der 72- jährigen Marta Holgado, die behauptet, Perón sei ihr Vater. Bisher galt Perón als kinderlos und aufgrund eines Unfalls als steril.

Was ist meit Peróns Händen?

Die Hände des Leichnams sind seit 1987 verschwunden. Unbekannte störten seinerzeit die Totenruhe und raubten die Hände der Leiche. Über die Hintergründe dieser Tat gibt es bis heute lediglich Spekulationen.

Bedeutung der Umbettung

Die Überführung Peróns Leichnam in ein Mausoleum hat eine besondere Bedeutung: der Gewerkschaftsbund CGT möchte sich politisch profilieren, denn auf ihn hatten sich Perón und Evita hautpsächlich gestützt. Ausserdem ist Perón für viele eine übermenschliche Figur. Denn er und sein Charisma ist es, was die Peronisten, die Justizialistische Partei, zusammenhält. Keiner der nachfolgenden peronistischen Präsidenten hatte ähnlichen Respekt.

Chrarkteristisch für die Uneinigkeite der Peronisten ist auch die Tatsache, dass es bei der Umbettung kein gemeinsames Foto der ehemaligen peronistischen Präsidenten Menem und Duhalde mit dem amtierenden Präsidenten Kirchner gibt.

Und Evita?

Die Frage ist, ob Eva Duarte, so der bürgerliche Name Evitas, jemals an der Seite ihres Mannes ruhen wird. Im Mausoleum ist jedenfalls ein Platz dafür vorgesehen.

Evita wurde auf Bestreben der Familie Duarte auf dem Friedhof Recoleta in Buenos Aires bestattet. Dies geschah allerdings erst 24 Jahre nach ihrem Tod. Hintergrund: Im Jahr 1955 gab es einen antiperonistischen Militärputsch. Zu dieser Zeit befand sich ihr Leichnam im Prozess der Einbalsamierung. Zwei Jahre lang versteckten die Militärs die Leiche an unterschiedlichen Orten. Schließlich ließen sie sie unter falschem Namen in Mailand begraben. 1971 dann wurde Evita nach Madrid überführt. Dort lebte ihr Ehemann im Exil. 1973 kehrte Perón dann nach Argentinien zurück, zusammen mit seiner 3. Ehefrau Isabel. Im Juli 1974 starb Péron und Isabel wurde Präsidentin. Diese veranlasste die Überführung Evitas Leichnam von Madrid nach Buenos Aires. Er wurde zusammen mit dem Leichnam Peróns aufgebahrt.

Und hier schließt sich der Kreis: Isabel und Marta Holgado – müssen sie sich nun die Erbschaft Peróns teilen?