Patagonien Reisen

Eine Reise durch Patagonien zeigt Argentinen als das Land aus Feuer und Eis.

Tourenvorschlag: In Feuerland und Patagonien

Die Route: Ushuaia, Nationalpark Feuerland, Río GrandePorvenir, Punta Arenas Puerto Natales, Nationalpark Torres del Paine, El Calafate, Nationalpark Los Glaciares

Ushuaia

Ushuaia ist die Hauptstadt der Provinz Feuerland, Tierra del Fuego. Sie zählt 50000 Einwohner. Der Besucher der Stadt entdeckt Kolonialbauten gemischt mit Betonblöcken, Blechhütten, Bretterverschläge - und Baustellen.

Aber nicht die Stadt ist das Ziel dieser Tour, sondern die großartige Natur.

In der Maipú, Ecke Rivadivia liegt das Museo del Fin del Mundo (Museum vom Ende der Welt). Dort kann man neben wechselnden Ausstellungen indianische Kulturgegenstände, Schiffswrackteile und alte Fotografien bestaunen - und einen Stempel für seinen Pass bekommen. Weiter findet man dort ein Bibliothek mit Büchern zur Geschichte Feuerlands sowie einen Museumsshop. Das Presidio, das ehemalige Gefängnis findet man in der Yaganes, Ecke Gob. Paz., ist ebenfalls einen Besuche wert. Von 1902 bis 1947 war Feuerland eine Sträflingsinsel.

Ausflüge:

Man kann von Ushuaia Ausflüge unternehmen, etwa auf dem Beagle-Kanal zum Leuchtturm am Ende der Welt. Dieser Leuchtturm steht am Anfang der Meeresstraße.

El Ferrocarril Austral Fuegino: diese Schmalspureisenbahn fährt von Ushuaia zur Bahía Lapataia, Fahrzeit 1 Std.

Info: www.trendelfindelmundo.com.ar

Mission der Salesianer: 11 km nördlich von Ushuaia liegt die Salesianermission. Sie stammt aus dem Jahr 1893. Dort gibt es ein kleines Museum (sowie eine agrotechnische Schule).

Antarktis

In Ushuaia kann man auch Touren in die Antarktis buchen, was zwischen 500 - 700 US $ pro Tag und Person kostet. Die Route verläuft über die Drakepassage (800 Seemeilen breit) zu den Südshetlandinseln und zur Westküste des antarktischen Archipels.

Wir raten von solchen Touren ab! Im Interesse der Natur. Die Antarktis ist ein sehr empfindliches Ökosystem, das durch jeden Tourist geschädigt wird.

Siehe auch: Weltpark Antarktis

Info: Antarctic Unit, Ushuaia, Maipú 505, Tel. 02901 423340
www.tierradelfuego.gov.ar

Touristeninformation: Avenida San Martín 674, Tel. 02901 4320000

Busverbindungen: Río Grande, Punta Arenas in Chile

Flugverbindungen: Buenos Aires, Río Gallegos, Trelew, Calafate, Río Grande

Unterkunft preiswert: El Refugio del Mochilero, 25 de Mayo 241, Tel. 436129

Nationalpark Feuerland (Parque Nacional Tierra del Fuego)

Über 63000 ha breitet sich der Nationalpark Feuerland aus. Er verläuft ca. 20 km westlich von Ushuaia an der Grenze zu Chile entlang. In den Park gelangt man über die Ruta 3. Die Busverbindung leitet zum einzigen Geschäft und Restaurant im Park. Man kann mit dem Bus aber noch bis zum Ende der Ruta 3, zur Bahia Lapataia fahren. Dort endet auch die berühmte Panamericana, die Straße, die in Alaska beginnt und längs durch den gesamten amerikanischen Doppelkontinent führt.

Der Park ist für Besucher durch Wanderwege erschlossen. Es gibt Sümpfe, die durch Überschwemmungen entstanden sind. Diese wiederum durch eingeführte Biber, die an diesen Stellen den Wald zerstört haben. Die Küste wird von Seevögeln und Pinguinen bewohnt, im Landesinneren findet man Guanakos.

Der nördliche Teil des Nationalparks ist unzugänglich.

Info: am Parkeingang, dort gibt es auch Kartenskizzen.

Lago Fagnano

Die Berglandschaft zwischen Ushuaia und dem Lago Fagnano entlang der nach Nordosten verlaufenden Ruta 3 ist durch Wälder und Moore gezeichnet, ab und an durch kleine Hochtäler unterbrochen. Der Lago Fagnano ist 10 km breit, aber 100 km lang.

Río Grande

Río Grande liegt an der Atlantikküste und besitzt 35000 Einwohner. Es ist die Stadt der Schafzüchter auf Feuerland. Der Hafen wird hauptsächlich industriell durch eine Erdölraffinerie genutzt. Touristisch ist Río Grande kein lohnenswertes Ziel, dennoch fahren alle Touristen, die den Landweg nutzten durch diese Stadt, da es keine andere Straße zum Festland gibt.

Info:

Touristeninformation: Hotel Los Yaganes, Belgrano 319

Busverbindungen: Ushuaia, Porvenir, Punta Arenas in Chile

Flugverbindungen: Buenos Aires, Río Gallegos, Calafate, Trelew, Punta Arenas in Chile

San Sebastían

San Sebatían ist sowohl der Name einer Stadt als auch der einer Bucht. Der Ort San Sebastían ist Grenzort zu Chile.

Fährt man weiter, auf chilenischem Gebiet, so erreicht man nach 50 km Fahrt auf der Schotterstraße die Bucht Bahía Inútil an der Magellanstraße. Von hier sind es noch einmal 60 km bis Porvenir.

Porvenir

Porvenir liegt an der Magellanstraße. Von hier gehen die Fähren nach Punta Arenas auf dem chilenischen Festland. Die Überfahrt dauert etwa 2,5 Stunden.

Die Magellanstraße ist benannt nach Fernao de Magelhaes (Ferdinand Magellan), der die Schiffspassage im Jahr 1520 entdeckte. Die Passage wurde bis 1914 von allen Schiffen, die Amerika umfuhren, genutzt. 1914 dann wurde der Panamakanal eröffnet.

PATAGONIEN

Was nun kommt, ist Patagonien!

Punta Arenas

Die Stadt Punta Arenas liegt an der Magellanstraße, dem Ort Porvenir in westlicher Richtung gegenüber.

Von Punta Arenas mit seinen 110000 Einwohnern wird gesagt, es sei die schönste Stadt in Patagonien. Da ist etwas Wahres dran: den Besucher empfängt ein gepflegtes Stadtzentrum mit historischen Gebäuden, eine Plaza, ein interessantes Museum sowie ein schmucken Friedhof.

Ein Stadtrundgang könnte folgende Orte berühren:
Das Palacio de Sara Braun - es ist ein verschnörkelter Prunkbau an der Plaza und beherbergt ein Luxushotel. Im benachbarten Stadtpalais Braun-Menédez, das Sara Brauns Bruder Mauricio und dessen Frau Josefina Menédez gehörte, ist das Museo Regional de Magallanes untergebracht. Der Besucher gewinnt einen Einblick in das damalige Leben der Oberschicht, wenn er das kostbare, aus der alten Welt stammende Mobiliar bewundert. So gibt es vergoldete Kamingitter aus Flandern, einen Billardtisch aus Großbritannien oder französische Stofftapeten zu bestaunen.
Der Cementerio, Friedhof von Punta Arenas ist heute ein Nationaldenkmal. So ist etwa die Gruft der Familie Menédez-Braun ist aus schwarzem Marmor gebaut, die von José Menédez mit Engelsfiguren verziert. Das Museo Regional Salesiano in der Avenida Bulnes 374 stellt die Geschichte der patagonischen Indianer aus, die von den Weißen quasi ausgerottet wurden.
Lohnend ist auch ein Ausflug zur Pinguinkolonie in den Wiesen am Seno Otway westlich von Punta Arenas. Dort finden sich im Sommer über 2500 Magellanpinguine ein.

Info: www.sernatur.cl

Touristeninformation: Sernatur, Waldo Seguel 689 (Plaza)

Busverbindungen: Río Gallegos und Río Grande in Argentinien, Puerto Natales in Chile

Flugverbindungen: Santiago, Puerto Montt und Porvenir (alle in Chile)

Reisebüros für Ausflugsbuchungen in Punta Arenas

Puerto Natales

Puerto Natales hat etwa 15000 Einwohner und ist mit Punta Arenas über die Ruta 9 verbunden. Die Stadt ist Ausgangspunkt für Ausflüge in den Nationalpark Torres del Paine.

Touristeninformation: Calles Bulnes 285

Busverbindungen: Punta Arenas in Chile, Río Gallegos und El Calafate in Argentinien

Nationalpark Torres del Paine

Der Nationalpark Torres del Paine breitet sich über eine Fläche von 2000 km² in den südchilenischen Anden aus. Die bizarren Gipfel der Südkordilleren bauen sich vor der patagonischen Ebene auf. Der Cerro Torre ist der höchste Gipfel (3050m) und zugleich einer der schwierigsten Berge der Erde.

Der Grey Gletscher schickte seine Eismassen in die Ebene. Meterdicke Eiswände brechen immer wieder von seiner Gletscherzunge ab. Auf den unzähligen Gletscherseen schwimmen die zerborstenen Eisblöcke. Es gibt viele Wander- und auch Unterkunftsmöglichkeiten: Hotels, einfache Refugios und Zeltplätze.

Info: in Puerto Natales

El Calafate

El Calafate ist ein Touristenort mit etwa 7000 Einwohnern. Er ist Ausgangspunkt für den Besuch des Nationalparks Los Glaciares.

Von Puerto Natales aus erreicht man El Calafate indem man bei Rió Turbio die Grenze zu Argentinien überquert und dann der Ruta 40 folgt. Es ist eine Schotterpiste, die auch von Bussen befahren wird und grandiose Ausblicke in die patagonische Wüste garantiert. Die Ruta 40 passiert den Lago Argentinien, einen der größten Seen Argentiniens (1600 km² groß).

In El Calafate gibt es eine Vielzahl von Reiseveranstaltern, die Touren in die in den Nationalpark Los Glaciares organisieren: Bergtouren oder auch Sightseeingtouren zu den Gletschern, so etwa Trekkingtouren über den Perito-Moreno-Gletscher oder Schiffsfahrten über den Lago Argentino zu den Eiswänden. In den südlichen Teil des Parks kann man ebenfalls gelangen, Camper können dort auch übernachten.

Touristeninformation: Avenida del Libertador (Brücke am Ortseingang)

Busverbindungen: Río Gallegos, Río Turbio und Puerto Natales in Chile

Flugverbindungen: Río Gallegos, Puerto Madryn, Río Grande Ushuaia

Nationalpark Los Glaciares

Der Nationalpark Los Glaciares nimmt eine Fläche von 600.000 ha ein. Naturattraktionen sind die Fitz-Roy Range im Norden und die Gletscher im Süden. Die Gletschermassen gehören zum patagonischen Inlandeis. Das patagonische Inlandeis ist die größte zusammenhängende Eisfläche der Erde (22.000 km²) außerhalb der beiden Pole. Es schickt 9 Gletscher in den Los Glaciares Nationalpark. Besonders spektakulär sind der Upsala-Gletscher (600 km² Fläche) und der Perito-Moreno-Gletscher. Der Upsala Gletscher läßt sich mit einer Bootstour über den Lago Argentino erkunden, den Upsala Gletscher kann man per Bus erreichen.

Zum Perito-Moreno Gletscher lässt sich folgendes schreiben: er wächst trotz des Klimawandels und seine 4 km breite und etwa 60 m hohe Gletscherzunge bricht in den Lago Argentino. Es ist sogar des Öfteren vorgekommen, dass der Perito-Moreno-Gletscher einen Teil des Lago Argentino, den Brazo Rico, vom Hauptsee abgeteilt haben. Daraufhin stieg der Wasserstand im Brazo Rico um 18 m und die Wassermassen sprengten dann den Gletscher explosionsartig weg. Die Spektakel konnten bis 1998 alle 4 bis 5 Jahre beobachtet werden. Da der Gletscher seitdem aber langsamer wächst (Auswirkungen des sich verändernden globalen Klimas), kann keine Regelmäßigkeit mehr aufgestellt werden.

Die Fitz-Roy-Range ist das El-Dorado von Bergsteigern und Kletterern der ganzen Welt. Robert Fitzroy (1805-1865) war der Kapitän des Forschungsschiffs Beagle von Charles Darwin. Der Cerro Fitz Roy (3375) wurde im Jahr 1952 zum ersten Mal erklettert, und zwar durch Guido Magnone und Lionel Terray. Beide hielten ihn seinerzeit für den schwierigsten Kletterberg der Welt. Aber auch (und besonders) als Wanderer kann man die Naturschönheiten des Fitz-Roy Massivs erleben. So führen Wandertouren zum Basislager der Bergsteiger; man genießt Ausblicke über den Río Blanco und den Lago Viedma bis weit in die Ebenen. Oder man bewundert die Zunge des Gletschers Torre, die in den Lago Viedma abbricht.

Info: Wer das Fitz Roy Massiv im Los Glaciares Nationalpark von El Calafate aus besucht, muss in El Chaltén übernachten!