Río Negro

Geschichte

Stämme der Puelches, Picunches und Vuriloches aus der Gruppe der Tehuelche Eingeborenen bewohnten das Gebiet vor der Ankunft der spanischen Conquistadores.

Durch die Spanier gezwungen, überquerten die Araucanos die Anden von Chile und vermischen sich mit den örtlichen Eingeborenen.

Ferdinand Magellan war der erste Entdecker, der die Küsten der Provinz im Jahr 1520 besuchte. Der Priester Nicolás Mascardi gründete die Jesuiten Mission Nuestra Senora de Nahuel Huapi im Jahr 1670 an der Küste des Nahuel Huapi Sees, zu Füßen der Anden.

Im Jahr 1779 gründete Francisco Fernández de Viedma Mercedes de patagones (heutiges Viedma) und Carmen de Patagones (Buenos Aires Provinz) an gegenüberliegenden Seiten der Río Negro Flussmündung. Nach der Mai-Revolution gab es den ersten Versuch, die Eingeborenen des Gebiets zu vertreiben, aber erst durch die Eroberung der Wüste, durch den unseeligen Feldzug Generals Julio Argentino Roca wurden die Ureinwohner nahezu vernichtet und die Gefahr ihrer andauernden Angriffe beseitigt. Francisco Moreno begann mit seiner Erkundung Patagoniens am Nahuel Huapi See und erkundete später das südliche Gebiet.

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts waren viele Siedlungen, wie etwa San Carlos de Bariloche, General Roca und Choele Choel, bereits erschaffen und empfingen nun französische und deutsche Einwanderer. Andere, wie Cipolletti, Ingeniero Huergo, angesiedelt in der Alto Valle Region wurden zu Hauptwirtschaftszentren; die Eisenbahn verband das Alto Valle mit den Häfen am Atlantischen Ozean.

Río Negro bekam am 10. Dezember 1957 den Status einer argentinischen Provinz.

Geographie

Im Norden Patagoniens dient der Limay Fluss als natürliche Grenze zur Provinz Neuquén im Westen, im Norden erfüllt der Colorado Fluss diese Aufgabe gegenüber der Provinz La Pampa. Der 42. Breitengrad markiert die südliche Grenze der Provinz Río Negro.

Die Hauptwasserquelle der trockenen Ebenen, die den größten Teil der Provinz bedecken, ist der Río Negro River, in dessem Tal die meisten Siedlungen und Farmen liegen. Das über 600 km lange Tal des Río Negro ist geteilt in das Alto Valle im Westen, das Valle Medio in der Mitte und das Valle Inferior im Osten.

Die fruchtbaren Täler des andinischen Seen-Bezirks empfangen mehr als 2000 mm Niederschläge im Jahr, wohingegen der Rest der Provinz weniger als 200 mm erhält. Die Sommertemperaturen sind in der ganzen Provinz heiß; kalte Winter können Schnee bis zu den Choele Choel Inseln bringen.

Wirtschaft

Die Wirtschaft der Provinz Río Negro konzentriert sich auf Agraranbau in den fruchtbaren Tälern des Río Negro Flusses, besonders im Alto Valle, aber auch im Valle Medio. Die Provinz produziert beinahe 70 % der Äpfel und Birnen Argentiniens, zumeist für den Export; davon 38 % frische Früchte, 40 % Saftkonzentrate. Verschifft wird über den Hafen von San Antonio Oeste.

Im Valle Medio werden außerdem Äpfel, Birnen, Tomaten (besonders um Lamarque herum), Pilze und andere Gemüsesorten für den örtlichen und nationalen Verbrauch angebaut. Der Fruchtanbau um die Stadt El Bolsón herum besteht hauptsächlich aus Beeren und Hopfen mit einem Anteil von 70 % der nationalen Produktion.

Außerhalb der fruchtbaren Täler, die für Landwirtschaft genutzt werden, steigt die Rinderzucht an, insbesondere im Norden. Gänse werden besonders im Süden gezüchtet. 13 % der nationalen Schaffleischproduktion und Wollproduktion kommen aus der Río Negro Provinz.

Es gibt eine verhältnismäßig kleine Petroleum-Förderung um die Stadt Catriel herum, nahe General Roca. Aber diese ist nicht mit der in anderen Provinzen wie Santa Cruz oder Neuquén zu vergleichen. Das meiste, was gefördert wird, wird unverarbeitet in die Provinz Buenos Aires befördert. Es gibt einige Bergbauaktivitäten: Diamanten, Salz, Ton und andere Mineralien.

Industrieller Fischfang wird am Atlantik in den Gewässern des San Matías Golfs praktiziert- mit einem Jahresfang von 11.000 Tonnen Fischen und 8.000 Tonnen Meeresfrüchten. Seehecht, Tintenfisch und Scholle machen den größten Teil des Fanges aus; das meiste wird tiefgefroren und exportiert.

Tourismus

Der Tourismus ist ein großer Wirtschaftsfaktor. Es gibt zwei bedeutende Touristengebiete in der Provinz Río Negro: die Anden und die Atlantikküste.

Die Anden

Die meistbesuchte Landschaft ist das Seengebiet nahe San Carlos de Bariloche im Nahuel Huapi Nationalpark, in Nachbarschaft zur Provinz Neuquén. Dazu gehören Isla Victoria, Camino de los Siete Lagos, Los Arrayanes National Park und viele Trecking-Pfade um die Seen herum.

Das Cerro Catedral Ski-Zentrum ist das größte in Südamerika, und es wird von Menschen aus dem gesamten südamerikanischen Raum besucht. Aber auch Touristen aus der nördlichen Hemisphere kommen von Ende Juni bis Mitte September dorthin. Das Gebirge ist auch im Sommer ein gern besuchter Ort, besonders für Trecker. Sie besuchen das Refugio Lynch oder campen am Toncek See, der am südlichen Teil des Gebirgsstocks liegt. Es gibt aber noch viele andere schöne Gipfel, etwa den Tronador mit seinen donnernden Gletschern.

Am Nahuel Huapi See gibt es eine Vielzahl von Hotels und Unterkünften. Erwähnenswert ist das Luxushotel Llao-Llao.

El Bolsón ist ein Zwischenstopp für jene, die vom Los Alerces Nationalpark in der Provinz Chubut kommen oder dorthin wollen. Die Stadt ist bekannt für ihr dort gebrautes Bier und ihre Handarbeiten.

Die Atlantikküste

Die Steilküste mit den Klippen an der Küste in Las Grutas (Die Grotten) sind durch die erosierende Arbeit der Gezeiten entstanden. Das Wasser hat viele Höhlen herausgearbeitet. Die Strände des grünen Wassers werden hauptsächlich von Touristen aus den umliegenden Orten besucht. Ausnahme ist die Zeit der Fiesta Nacional del Golfo Azul, auf der Artisten aus ganz Südamerika auftreten. Las Grutas ist immer noch eine kleine Stadt, hat aber ein großes Casino am Strand und Hostels und andere Unterkünfte.

Der Balneario El Cóndor an der Ruta Provincial 1 wird von den Bewohnern der nahen Stadt Viedma besucht. Sein Wasser werdne durch die nur wenige Kilometer nördlich liegende Mündung des Río Negro gefärbt. Nahe der Sierra Grande liegt Playas Doradas (Goldener Strand). Es ist eine kleine, aber schnell wachsende Küstenstadt mit einigen Hostels und wenigen Hotels. In der Nähe können stillgelegte Minen besichtigt werden.

Das Zentrum

Nur wenige Touristen aus den umliegenden Gegenden besuchen das Valle Medio. Man kann dort Wassersport auf dem Río Negro betreiben. Die Fiesta Nacional del Tomate in Lamarque oder der Geburtsort der lokal bekannten Theologen Ceferino Namuncurá in Chimpay sind weiter touristische Anziehungspunkte.

Politische Bezirke

Río Negro ist in 13 Bezirke (departamentos) aufgegliedert (hier mit der jeweiligen Bezirkshauptstadt in Klammern):
Adolfo Alsina Department (Viedma)
Avellaneda Department (Choele Choel)
Bariloche Department (San Carlos de Bariloche)
Conesa Department (General Conesa)
El Cuy Department (El Cuy)
General Roca Department (General Roca)
Nueve de Julio Department (Sierra Colorada)
Ñorquinco Department (Ñorquinco)
Pichi Mahiuda Department (Río Colorado)
Pilcaniyeu Department (Pilcaniyeu)
San Antonio Department (San Antonio Oeste)
Valcheta Department (Valcheta)
Veinticinco de Mayo Department (Maquinchao)