Santa Cruz

Geschichte

Vor der Kolonisation durch die Spanier bewohnten die Tehuelches das Territorium des heutigen Santa Cruz. 1520 erreichte Ferdinand Magellan den Ort, der heute als San Julián Bay bekannt ist. 15 Jahre später erkundete Martín de Alcazaba das Gebiet nahe des Chico River, den er Gallegos River nannte. Wegen der Attacken der britischen Piraten und besonders nach dem Besuch von Francis Drake im Jahr 1538, sandten die Spanier Pedro Sarmiento de Gamboa um die Magellan-Straße zum Pazifik hin zu sichern und die Piraten zu vertreiben. In der Mitte des 18. Jahrhunderts siedelten die Jesuiten in der Region und etablierten einige wenige Missionen. Als 1776 das Vizekönigreich Río de la Plata geschaffen wurde, wurde die Region unter die Herrschaft von Buenos Aires gestellt. Antonio de Biedma gründete die Nueva Colonia (neue Kolonie) im Jahr 1780 nahe dem heutigen Puerto Deseado; später wurde er von Vizekönig Vertíz ermordet. Zwischen 1825 und 1836 gab es eine Serie von Erkundungsfahrten in der Region. Hervorzuheben ist die von Chares Darwin im Jahr 1834. 1860 schuf Kommandant Luis Piedrabuena eine Basis auf der Insel Pavón in der Flussmündung von Puerto Deseado. 1878 die Regierung von Patagonien ins Leben gerufen - mit Sitz in Viedma, aber sechs Jahre später wurde die Region in kleinere Einheiten gespalten; darunter das Territorium, das als National Regierung von Santa Cruz bezeichnet wurde. Hauptstadt war die Stadt Santa Cruz. 1901 wurde die Hauptstadt nach dem Ort der heutigen Stadt Río Gallegos verlegt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts überzog eine große europäische Einwanderungswelle die bis dahin nahezu unbewohnte Region. Spanier, Deutsche, Briten und Slawen konnten am häufigsten gezählt werden. Hauptsächlich kamen sie, um dem aufkeimenden Konflikt des 1. Weltkriegs zu entfliehen. Sie wurden von der Wollindustrie des Gebiets angezogen. Das Kriegsende bedeutete eine einschneidende Reduktion des Exports und brachte eine erste ökonomische Krise nach Santa Cruz. Die Ideologie des Anarchismus, die die spanischen Immigranten mitgebracht hatten, wuchs unter den Arbeitern und sie begannen zu streiken. Der Streik wurde von der Regierung aufs Strengste unterdrückt. Der Höhepunkt der Auseinandersetzung mündete in der Patagonia Trágica (patagonischen Tragödie), der Exekution von 10 streikenden Arbeitern. 1944 wurde die Militärzone von Comodora Rivadavia geschaffen, die den nördlichen Teil des Gebietes der Nationalregierung von Santa Cruz und den südlichen Teil der Provinz Chubut umfasste. Diese Militäranordnung bestand bis zur Abschaffung dieser Maßnahme im Jahr 1955. Der Regierungsbezirk Santa Cruz erhielt im Jahr 1957 den Status einer argentinischen Provinz.

Geographie

Die Anden im Westen der Provinz sind niedriger als im zentralen und nördlichen Teil Argentiniens, haben aber das gesamte Jahr über schneebedeckte Berge. Es gibt ein riesiges Eisfeld, das unzählige Gletscher speist (patagonisches Inlandeis). Vom Mittelpunkt der atlantischen Küste im Osten dominieren herabfallende Plateaus die Landschaft. Die Küsten des Atlantiks sind eine Mischung aus Strand und Steilküste. In Gran Bajo de San Julián liegt die Laguna del Carbón, die 105 m unterhalb des Meeresspiegels liegt. Es ist der tiefste Punkt der westlichen und südlichen Hemisphäre. Die Durchschnittstemperatur beträgt im Sommer 13 °C und im Winter 3 °C - mit Extremtemperaturen von - 25 °C. Trotz der Niederschläge auf den Eisfeldern im Westen, ist Regen in der übrigen Provinz selten. Der Niederschlagsdurchschnitt liegt bei 200 mm pro Jahr. Starke Winde wehen das ganze Jahr über. Die von kaltem Klima beherrschte Steppe wird durch wenige Flusse durchzogen, die einige fruchtbare Täler geschaffen haben. der Deseado River, Santa Cruz River, Gallegos River, Coyle River, Chico River und Pinturas River. Die Seen Buenos Aires Lake (2,240 km², 881 km² in Argentina), Cardiel Lake (460 km²), Viedma Lake (1082 km²), Argentino Lake (1560 km²), Pueyrredón Lake, Belgrano Lake und San Martín Lake (1.013 km²) liegen alle im Westen und sind eine Schöpfung der abtauenden Gletscher. Aufgrund der niedrigen Temperaturen können die Ufer aber nicht landwirtschaftlich genutzt werden.

Wirtschaft

Das Hauptwirtschaftsprodukt besteht aus Kohlenwasserstoff - mit einer Jahresproduktion von 4,5 Millionen Kubikmetern Petroleum und 3 Millionen Kubikmetern Gas. Es wird hauptsächlich in Pico Truncado, Cañadón seco und Cerro Redondo raffiniert.

Die Kohleproduktion in Río Turbio beträgt etwa 3 Millionen Kubikmeter im Jahr. Es gibt verschiedenartigen Bergbau: Gold (in Cerro Vanguardia), Gips, Ton und Salz.

Die zweitgrößte Wirtschaftsaktivität ist mit den Schafen verbunden. 7 Millionen Schafe machen Santa Cruz zum Hauptproduzenten von Wolle und Fleisch, wovon der größte Anteil für den Export bestimmt ist. Es wird auch Rinder-, Schweine- und Pferdezucht betrieben.

Fischfang und die industrielle Verarbeitung in den Fischereihäfen von Puerto Deseado, San Julián, Puerto Santa Cruz und Río Gallegos stützen sich auf Seehecht, Tintenfisch und Garnelen. Der größte Teil der Produktion

wird tiefgefroren und exportiert.

Aufgrund der trockenen Natur des Bodens gibt es nur wenig Landwirtschaft und Holzindustrie. Beide stützen sich auf Wälder und Baumanpflanzungen. Das Holz des Lenga-Baums ist das am weitesten verbreitete.

Tourismus

Der Tourismus ist ebenfalls ein Wirtschaftsfaktor. Die am meisten besuchten Orte Santa Cruz' sind der Los Glaciares Nationalpark und viele Gletscher, wovon der Perito Moreno Gletscher der berühmteste ist. Nahe El Calafate gibt es einen Flughafen, der das Gebiet mit Buenos Aires und Trelew verbindet.

Etwa 200 km nördlich von El Calafate liegt die Stadt El Chaltén zu Füßen des Cerro Torre und des Mount Fitz Roy. Bisher nicht sehr erschlossen, gibt es in El Chaltén dennoch viele unterschiedliche Trekking Routen, darunter auch Ausflüge, die ein Betreten des Viedma Gletschers gestatten.

600 km weiter nördlich von El Chaltén, erreichbar über die staubige Ruta 40, liegt die Cueva de las Manos nahe der Stadt Perito Moreno, die wenigen Touristen das Erlebnis bietet, die prähistorischen Höhlenmalereien nahe des Pinturas Flusses zu betrachten.

Der Perito Moreno Nationalpark und seine Seen, nördlich von Los Glaciares wird nur selten besucht. Außer Trecking werden im Westen der Provinz noch Sportfischen, Rafting und Klettern als Sportarten betrieben. Im Osten folgt die Ruta 3 der atlantischen Küstenlinie, über die Busse die Küstenstädte untereinander verbinden. Sie bringen die Passagiere Richtung Süden nach Tierra del Fuego (Feuerland) und Richtung Norden in die Provinz Chubut und nach Buenos Aires. Der am meisten besuchten Orte sind die Stadt Río Gallegos, der Bosques Petrificados Nationalpark (versteinerte Wald) und die Senke der Laguna del Carbón nahe San Julián.

Politische Bezirke

Santa Cruz ist in 7 Bezirke (departamentos) aufgegliedert (hier mit der jeweiligen Bezirkshauptstadt in Klammern):
Corpen Aike (Puerto Santa Cruz)
Deseado Department(Puerto Deseado)
Güer Aike (Río Gallegos)
Lago Argentino (El Calafate)
Lago Buenos Aires (Perito Moreno)
Magallanes (Puerto San Julián)
Río Chico (Gobernador Gregores)