Argentinische Schweiz

Reise: Von Nationalpark zu Nationalpark in der argentinischen Schweiz

Die Route: Esquel, Nationalpark Los Alerces, El Bolsón, San Carlos de Bariloche, Nationalpark Nahuel Huapi, Nationalpark Los Arrayanes, Ruta de los Siete Lagos, San Martín de los Andes, Junín de los Andes, Nationalpark Lanín

Die Highlights dieser Tour sind die drei Nationalparks Los Alerces, Nahuel Huapi und Lanín im nördlichen Patagonien. Die Landschaftsbilder, die wir zu sehen bekommen, sind teilweise wie gemalt: blaue Bergseen, dunkelgrüner Mischwald an den Berghängen und schneebedeckte Gipfel.

Die Tour beginnt in Esquel, das man am schnellsten mit dem Flugzeug erreicht.

Esquel

Esquel hat 25.000 Einwohner und ist das südliche Zentrum des Seengebiets und gleichzeitig Ausgangsort für einen Besuch des Nationalparks Los Alerces.

Ausflüge:

- nach Trevelín, 25 km westlich von Esquel, mit einem Museum über die ersten Siedler der Region, die Waliser,

- nach Cholila, 50 km nördlich von Esquel:
Hier hatten sich Butch Cassidy, Sundance Kid und Etta Place im Jahr 1904 niedergelassen, Land und ein Geschäft gekauft. Bürgerlich hieß Butch Cassidy Robert Leroy Parker und Sundance Kid Harry Longabaugh. Sie wurden als Bankräuber von den staatlichen Behörden der USA gesucht und hatten sich deshalb in Argentinien verborgen. Sie blieben allerdings nicht lang bei den bürgerlichen Geschäften und überfielen im Jahr 1905 die Banco Anglo Sudaméricano in Río Gallegos, 1907 die Bank in Villa Mercedes in der Provinz San Luis. Im gleichen Jahr verkauften sie ihre Farm. Was danach aus dem berühmt-berüchtigten Kleeblatt geworden ist, ist Legende.

Info: Touristeninformation Ecke Avenida Alvear / Sarmiento

Busverbindungen: Bariloche, Trelew, Comodoro Rivadavia

Flugverbindungen: Buenos Aires, Bariloche, Comodoro Rivadavia, Trelew, Ushuaia

Mietwagen: Focaci, 9 de Julio 740

Nationalpark Los Alerces

Im Grenzgebiet zu Chile, etwa 60 km westlich von Esquel liegt der Nationalpark Los Alerces mit einer Fläche von 260.000 km. Sein Name ist Programm, denn der Park dient der Bewahrung der alten Alercen, lat. Fitzroya cupressoides, oder patagonischen Zypressen. Diesen Nadelbaum hielten die Spanier fälschlicherweise für Lärchen. Die ältesten im Park lebenden Bäume sind über 3500 Jahre alt.

Eine andere Baumart im Park ist die Araukarie. Sie ist wie die Alerce immergrün und erinnert an einen Tannenbaum, hat allerdings keine Nadeln sondern grüne, dicke Schuppen.

Die Nationalparkverwaltung findet man in dem Ort Villa Futalaufquén, der an dem gleichnamigen Lago Futalaufquén liegt. Dort kann man Fischfanglizensen oder einfache Wanderkarten erwerben. In Futalaufquén gibt es Unterkünfte. Man kann auch Campingutensilien bekommen.

Nationalpark Lago Puelo

Den Nationalpark Lago Puelo erreicht man von Esquel aus über die asphaltierte Ruta 40 Richtung Norden. Nach etwa 100 km biegt man westlich in die Ruta 258 Richtung El Bolsón ab.

Station machen kann man im Ort Lago Puelo, dort auch Boote ausleihen oder Pferde mieten. Im Park Lago Puelo gibt es Wandermöglichkeiten oder auch gute Fischfangplätze.

El Bolsón

Der Fremdenverkehrsort El Bolsón ist in einem engen Tal gelegen. Das milde Klima ermöglicht den Anbau von Hopfen und Gemüse. Aber auch dem Kunsthandwerk wird doch nachgegangen. Es finden Märkte am Donnerstag und Sonntag statt.

Info: www.elbolson.com

Touristeninformation: an der Plaza, dem Hauptplatz in Bolsón

Busverbindungen: Esquel, Bariloche

Rundflüge: Flugverein von El Bolsón, Tel. 492412

San Carlos de Bariloche - Zentrum der argentinischen Schweiz

San Carlos de Bariloche ist 100 km von El Bolsón entfernt; das sind 3 Stunden Busfahrt mit wunderschönen Ausblicken auf die Berge, Gletscher, Wälder, Flüsse und den Lago Nahuel Huapi.

Die ersten Siedler dieser Region stammten aus den europäischen Alpen und brachten den alpenländischen Stil und alpenländisches Brauchtum mit. Als Beispiel diene das Centro Cívico von San Carlos de Bariloche. Es wurde von Ezquiel Bustillo in den 1930er Jahren entworfen. Es entspricht dem Stil der Schweizer Chalets.

Das Centro Civíco ist heute Sitz des Museo de La Patagonia, das u.a. den Ureinwohnern des Gebietes, den Vuriloche Indianern, gewidmet ist. Man sieht dort aber auch Ausstellungen über die Indianerstämme der Puelche, Poya und Pehuelche und über die Naturgeschichte.

Was bietet San Carlos de Bariloche? Nun, die beste Schokolade Argentiniens und Hotels, die sich Enzian, Edelweiß oder Tirol nennen.

San Carlos de Bariloche ist Ausgangspunkt für Touren in den Nationalpark Nahuel Huapi.

Info: www.bariloche.com

Touristeninformation: Centro Cívico
Club Andino ("Alpenverein"), 20 de Febero 30
Nationalparkverwaltung Nahuel Huapi, San Martín 24

Busverbindungen: Buenos Aires, Río Gallegos, Mendoza, Neuquén, Esquel, El Bolsón, Chile

Flugverbindungen: Buenos Aires, Río Gallegos, Neuquén, Chile

Nationalpark Nahuel Huapi

Der Nahuel Huapi Nationalpark ist einer der ältesten (1903 statuiert) und mit 760.000 ha größten Nationalparks Argentiniens. Geboten werden: Berge, Seen, Wälder - unberührte Natur. Er liegt im chilenischen Grenzgebiet. Der Lago Nahuel Huapi ist ein Gletschersee, der eine Fläche von 500 km² aufweist. Er ist fast 100 km lang. Er bildet einige Fjorde. Höchster Berg im Nahuel Huapi Nationalpark ist der Cerro Tronador, 3554 m. Im Park gibt es Campingplätze, Berghütten (Refugios) und markierte und nicht markierte Wanderwege.

Der sog. Circuito Chico ist eine beliebte halbtägige Rundfahrt durch den Park, die von vielen Reiseveranstaltern angeboten wird. Man kann aber auch auf eigene Faust mit dem (gemieteten) Fahrrad losradeln. Infos: in Bariloche bei der Nationalparkverwaltung und dem Club Andino (hier gibt es Wanderkarten und es werden geführte (mehrtätige) Touren vermittelt).

San Martín de los Andes

San Martín de los Andes hat 15.000 Einwohner und ist ca. 185 km von San Carlos de Bariloche entfernt. Es ist ein Touristenort, Ausgangspunkt für den Besuch des Nationalparks Lanín und im Winter ein Paradies für Langlaufski. Besuchenswert ist das Museo Regional Municipal: es dokumentiert die Kolonisierung ausgerotteter regionaler Indianerstämme.

Info: www.smandes.gov.ar

Touristeninformation: am Hauptplatz, Rosas 790
Verwaltung Nationalpark Lanín, C. Emilio Frey 790

Busverbindungen: Buenos Aires, Zapala, Neuquén, San Carlos de Bariloche

Flugverbindungen: Bariloche, Esquel, Neuquén

Ruta de los Siete Lagos - Straße der 7 Seen

Diese Straße ist eine Nebenstrecke von San Carlos de Bariloche nach San Martín de los Andes. Man muss ein eigenes Fahrzeug haben, um diese Strecke zu fahren, denn die Busse benutzen die besser ausgebaute Hauptstrasse 237. Hat man z. B. ein Mietfahrzeug, so nimmt von von Bariloche die Ruta 237 Richtung Neuquén, biegt aber hinter dem Ort links in die Ruta 231 ein. Bald schon erreicht man

Villa Angostura

Sehenswert sind die hölzernen Gebäude der etwa 11.000 Einwohner zählenden Stadt, die dem europäischen Stil folgen. Man findet dort auch Kunsthandwerk.

Nationalpark Los Arrayanes

Der kleine Nationalpark Los Arrayanes liegt auf der Halbinsel Quetrihué nahe dem Ort Villa Angostura. Er dient dem Schutz eines Myrtenwaldes.

Follgt man hinter Villa Angostura der Ruta 231, so kommt man bald zu der Einmündung der Ruta 234. Erst dort beginnt die Ruta de los Siete Lagos. Es sind aber mehr als 7 von Wäldern eingerahmte (Gletscher-)Seen, die in unmittelbarer Nähe der Straße liegen.

Junín de los Andes

Der Ort ist Ausgangspunkt für einen Besuch des Nationalparks Lanín. Junín de los Andes hat etwa 10.000 Einwohner. Aber nicht nur wegen des nahen Nationalparks ist der Ort berühmt, sondern auch wegen seiner Flüsse, in denen es vor Fischen nur so wimmelt.

Info:
Touristeninformation: an der Plaza, Milanesio / Suárez mit Informationsbüro
Nationalpark Lanín.

Fischfanglizenz: Club de Caza y Pezca Chimehuín, Av. Dan Martín 555

Busverbindungen: Buenos Aires, Neuquén, Zapala, San Carlos de Bariloche

Nationalpark Lanín

Auch der Park Lanín gehört wie der Nahuel Huapi Nationalpark zu den ältesten des Landes. Er wurde ebenfalls im Jahr 1903 eingerichtet. Er umfaßt etwa 200.000 ha mit einem großen Waldgebiet, in der die Araukarie und Südbuche Rauli unter Schutz stehen.

Attraktion: der schneebedeckte Volcán Lanín, 3768 m hoch. Von erfahrenen Berggehern kann er bestiegen werden. Auf 2400 m Höhe, im Sattel des Lanín, steht ein Refugio, eine Schutzhütte, in der man bei einer Vulkanbesteigung übernachten kann. Für den Gipfelerfolg benötigt man Eispickel und Steigeisen. Das Refugio lässt sich am besten von Puerto Canoas aus, das am Lago Huechulafquen liegt, erwandern, dem Stützpunkt der Parkaufseher.

Die mehr als 20 Seen mit dem Lago Huechulafquen als größtem sind ebenfalls Magnete in dem Nationalpark Lanín. Junín de los Andes ist die beste Basis, um den Lago Huechulafquen zu erreichen.