Córdoba

Geschichte

Vor der Eroberung durch die Spanier lebten nur wenige Stämme in der Region, die nun Córdoba genannt wird. Erwähnenswert sind die Comechingones und Sanavirones.

Ursprünglich angesiedelt in Hoch Peru, suchten die Spanier nach einem Weg zum Hafen am Río de la Plata, um des peruanische Gold und Silber nach Europa transportieren zu können.

Córdoba de la Nueva Andalucía (heute: Córdoba) wurde am 6. Juli 1573 als ein Mittelpunkt auf der Route nach dem Río de la Plata von Jerónimo Luis de Cabera gegründet. Das Colegio Convictorio de Nuestra Señora de Monserrat wurde durch die Jesuiten 1599 ins Leben gerufen und 1622 wurde es zur Universidad de Córdoba, der ersten Universität Argentiniens. Die Stadt wuchs ständig und wurde ein wichtiges Kulturzentrum, unterstützt durch den Verkehr von Edelmetall aus Peru. 1761 wurde eine Druckerpresse in der Universität gebaut.

1783, 7 Jahre nach der Konsolidierung des Vizekönigreichs Río de la Plata, wurde die Intendencia de Córdoba die Hauptstadt von den Ländereien, die heute La Rioja, Mendoza, San Juan und San Luis umfassen, die früher Intendencia de Tucumán wurde zweigeteilt. Rafael de Sobremonte war der erste Gouverneur, Córdoba Stadt hatte 38.800 Einwohner.

Nach der Mai Revolution des Jahres 1810 schloss sich Gouverneur Gutiérrez de la Concha einer Vereinigung an, die beschloss, die Autorität der Junta in Buenos Aires zu ignorieren. Ortiz de Ocampo griff die Stadt an und exekutierte die Anführer der Opposition, darunter Santiago de Liniers, Anführer des Widerstandes während der britischen Invasion Río de la Platas.

Unter der Hand von Juan Bautista Bustos, und besonders nach 1820, Córdoba und Buenos Aires begannen mit einem Kampf um die Organisation der Nation, die zu jener Zeit weder eine Gesetzgebung noch eine Exekutive hatte. Córdoba plädierte für eine bundesstaatliche Organisation der Provinzen, wohingegen Rivadavia für eine Zentralregierung in Buenos Aires eintrat. Für 15 Jahre wurde die Provinz von inneren Unruhen und Revolten überzogen. Eine Stabilität trat erst unter der provisorischen Regierung von Félix de la Peña ein.

Während Sarmientos Präsidentschaft wurde 1871 ein astronomisches Observatorium und 1873 die mathematische und physikalische Fakultät eingeweiht.

Córdoba hatte ein zweites Bevölkerungswachstum aufgrund einer Einwanderungswelle, die mit dem Eisenbahnanschluss einherging, zu verzeichnen. Seit 1878 tauchten verschiedene landwirtschaftliche Kolonien auf (etwa San Francisco, Marcos, Juárez) bzw. wurden frühere Haltepunkte auf der Route Peru - Buenos Aires zu landwirtschaftlichen, Wirtschafts- und Industriezentren (Fraile Muerto (Bell Ville), Ferreira (Villa María) and Los Luceros (Río Segundo)).

Die universitäre Reformbewegung aus Córdoba im Jahr 1918 beeinflusste nicht nur das übrige Land, sondern sogar das übrige Südamerika. Die Modernisierung der Curricula und die Verbesserung der Rechte der Studenten waren die wesentlichen Ziele der Bewegung.

Nach dem 2. Weltkrieg wurden viele ausländische Arbeiter und Arbeiter aus anderen argentinischen Provinzen von Córdobas industrieller Entwicklung verführt. Die Industrie wuchs aufgrund der Ausdehnung der Autoindustrie und deren Zulieferer.

Während der Präsidentschaft von Arturo Frondizi (1958 -1962) wurde die Autoindustrie in Córdoba Stadt und ihrer Umgebung angesiedelt.

Wie im übrigen Land auch, tauchten 1955 Peronistische Gruppen nach dem Coup auf, der Juan Perón aus dem Amt stürzte. Diese Peronisten begannen mit anderen Sozialisten und Anarchisten eine Opposition gegen die vielen Militärregierungen der 1960er Jahre. Arbeiter und Studenten nahmen aufgrund der allgemeinen Unzufriedenheit an dem politischen Geschehen teil. Daraus resultierte die Volksrevolte, die unter dem Namen El Cordobazo bekannt wurde. Dieser Aufstand, der von Rosariazo und anderen in vielen Landesteilen nachgeahmt wurde, unterspülte die Macht von Onganía und zwang ihn schließlich auch durch weitere militärische Zwietracht aus dem Amt.

Wirtschaft

Landwirtschaft und Vieh sorgen für 25 % des Einkommens der Provinz. Die Landwirtschaft konzentriert sich auf Sojabohnen, Weizen, Mais und anderes Getreide. Rinder und Schafe weiden auf Córdobas grünen Hügeln. Die Provinz besorgt 15 % der nationalen Rinderproduktion. Die Lebensmittelindustrie ist ebenfalls bedeutsam und besteht größtenteils aus Milch, Getreideprodukten und Öl.

Durch den Bau der Fábrica Militar de Aviones 1927 und anderer staatlicher Industriebetriebe wurde Córdoba zu einem der bedeutendsten Industriestandorte Argentiniens. In der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts konzentrierte sich die Industrie auf die Produktion von Autos und landwirtschaftlichen Maschinen. Die Industrie repräsentiert 20 % des Einkommens der Provinz, die Energieproduktion, die dies möglich macht, ist hauptsächlich in 15 Wasserkraftwerken mit 2.350 Millionen kW/Stunde sowie einem Atomkraftwerk (Embalse Río Tercero PHWR) platziert.

Bergbau gibt es ebenfalls in vielen Facetten: Marmor und Zement, auch Uran wird abgebaut. Letzteres für die Atomkraftwerke Argentiniens.

Der Tourismus ist, wie im übrigen Argentinien, ein wachsender Faktor. Gefördert wird er durch das milde Wetter, eine Vielzahl von kleinen Flüssen und hohen grünen Bergen. Etwa 3 Millionen Touristen aus dem restlichen Argentinien und anderen Ländern besuchen Córdoba jedes Jahr. In der Provinz stehen 500.000 Betten in Hotels, Jugendherbergen, Bauernhöfen und Privatzimmern zur Verfügung.

Bedeutende Festivals sind das Cosquín National Folk Music Festival, das Jesús María Folk und das Taming Festival.

Das Verkehrswegenetz ist gut ausgebaut. Córdoba ist durch Eisenbahnlinien mit Buenos Aires, Rosario, Mendoza und Tucumán verbunden. In Córdoba Stadt gibt es einen internationalen Flughafen, in Rio Cuarto einen lokalen Flughafen. Hauptstraßenverbindungen sind die Highways mit folgenden Nummern: 1 Nord von San Francisco nach San Guillermo (Santa Fé Provinz), 7 West von Rufino 275 km nach Mercedes (San Luis), 8 West von Venado Tuerto (Santa Fe) 355 km über Rio Curato nach Mercedes, 9 Nord-West von Rosario (Santa Fé) 409 km nach Córdoba und Nord 224 km nach Villa Ojo de Agua (Santiago del Estero), 15 Nord von Mina Clavero auf Nr. 34 etwa 90 km über Nr. 28 bei Salsacate einmünden auf Nr. 38 bei Soto, 19 West von San Francisco an der Grenze zur Santa Fé Provinz 210 km nach Córdoba, 28 West von Córdoba 270 km nach La Rioja Provinz, 34 Süd-West von Córdoba 208 km zur Nr. 20 und 148 nach San Luis und Mercedes, 35 Nord von Realicó an der Grenze zur La Pampa Provinz 226 km nach Rio Cuarto, 36 Nord von Rio Cuarto 217 km nach Córdoba, 38 Nord von Córdoba über Cosquín und West über Soto 271 km nach Chamiel (La Rioja Provinz), 60 Nord-West von Jesús María (70 km nördlich von Córdoba) 166 km nach La Guardia (Catarmarca Provinz), und 158 Nord von Rio Cuarto 292 km nach San Francisco.

Regierung

Córdoba hat ein Einkammerparlament, das durch eine allgemeine Wahl bestimmt wird.

Bis Dezember 2001 gab es auch einen Senat, deren Mitglieder durch die departamentos bestimmt wurden, aber mit der Verfassungsreform von 2001 wurde diese Regelung abgeschafft. Der Kopf der Regierung ist der Gouverneur.

Córdoba war lange Zeit eine Bastion der links-zentralistischen Unión Cívica Radical Partei, aber seit 1999 ist ein Peronist Gouverneur, José Manuel De la Sota.

Politische Bezirke

Córdoba ist in 26 Bezirke (departamentos) aufgegliedert (hier mit der jeweiligen Bezirkshauptstadt in Klammern):

Calamuchita (San Agustín)
Capital (Córdoba)
Colón (Jesús María)
Cruz del Eje (Cruz del Eje)
General Roca (Villa Huidobro)
General San Martín (Villa María)
Ischilín (Deán Funes)
Juárez Celman (La Carlota)
Marcos Juárez (Marcos Juárez)
Minas (San Carlos)
Pocho (Salsacate)
Presidente Roque Sáenz Peña (Laboulaye)
Punilla (Cosquín)
Río Cuarto (Río Cuarto)
Río Primero (Santa Rosa de Río Primero)
Río Seco (Villa de María del Río Seco)
Río Segundo (Villa del Rosario)
San Alberto (Villa Cura Brochero)
San Javier (Villa Dolores)
San Justo (San Francisco)
Santa María (Alta Gracia)
Sobremonte (San Francisco del Chañar)
Tercero Arriba (Oliva)
Totoral (Villa del Totoral)
Tulumba (Villa Tulumba)
Unión (Bell Ville)