Santiago del Estero

Geschichte

Die Ureinwohner des Landes waren die Juríes-Tonocotés, Sanavirones und andere Indianerstämme.

Diego de Rojas erreichte den Landstrich 1542. Francisco de Aguirre gründete 1553 die Stadt Santiago del Estero als die einzige nördliche Stadt, die durch die spanischen Eroberer vom Pazifik her gegründet wurde.

Santiago gehörte in der Folge zu verschiedenen Regierungsbezirken, angefangen von Tucumán zur Audiencia de Charcas, dann wieder zu Tucumán, um später dann seine Hauptstadt zu werden. Aber der Bischoff zog 1699 um nach Córdoba und die Regierung 2 Jahre später nach Salta. Und mehr noch: die Silberroute zwischen Buenos Aires und dem Vizekönigreich Peru führte mehr durch Tucumán als durch Santiago. All dies ließ die Bedeutung der Stadt drastisch sinken - und die des Territoriums. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte die Stadt nur grade 5.000 Einwohner.

Mit Gründung der Regierungsprovinz Salta wurde Santiago del Estero der Regierungsprovinz Tucumán zugeschlagen. 1820, inmitten des nationalen Konflikts, spaltete sich Santiago del Estero von Tucumán ab. 1856 wurde die Verfassung der Provinz niedergelegt.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts eignete sich Santiago del Estero Ländereien an, um die es mit der Chaco Provinz stritt. Zu jener Zeit hatte die Provinz 4 Städte und 35.000 Einwohner, wovon die meisten unter sehr unsicheren Konditionen lebten. Der Bau des Los Quiroga Dammes im Jahr 1950 ließ die Produktivität des trockenen Landes durch neue Bewässerungsanlagen anwachsen.

Geografie und Klima

Die Provinz liegt beinahe vollständig innerhalb der ebenen Region des Gran Chaco. Es gibt einigen Bodensenkungen. Dort bildeten sich Seen, hauptsächlich in Bañado de Figueroa, Bañado de Añatuya, und jene nahe den Ufern des Salado Flusses und des Dulce Flusses. The Sumampa und Ambargasta Sierras resultieren aus dem Einfluss der Pampa im Südwesten.

Das Weideland, reich an Limonen und Salz, ist trocken und besteht aus Halbwüsten und Steppen. Das vorherrschende Wetter ist subtropisch mit Trockenperioden und hohen Temperaturen über das ganze Jahr (Jahresdurchschnitt von 21,5 °C mit Spitzen von bis zu 47°C und Tiefstwerten von -5°C.) Die Trockenzeit im Winter bringt einen durchschnittlichen Niederschlag von 120 mm, der Jahresdurchschnitt liegt bei 700 mm.

Wirtschaft

Die Wirtschaft der Provinz gründet sich auf Primärproduktion, besonders auf den Ackerbau, der sich an den Ufern der Flüsse Salado und Dulce konzentriert. Die Hauptanbaufrüchte sind Baumwolle (20% der nationalen Produktion), Sojabohnen, Mais und Pilze.

Viehzucht ist ebenfalls bedeutend, hauptsächlich im Osten, wo die Wetterbedingungen hierfür günstig sind. Gänse - 15 % der nationalen Produktion - haben sich besser an die Bedingungen der Restprovinz angepasst.

Die Holzindustrie - Quebracho und Algarrobo - erreicht ein Jahresdurchschnitt von über 300.000 Tonnen, von denen ca. 100.000 Tonnen für die Holzverarbeitung und der Rest zur Gewinnung von Feuerholz und Holzkohle genutzt wird. Es gibt einige kleine Minen und nur kleine Industrieunternehmen, spezialisiert auf Nahrungsmittel, Textilien und Leder.

Der Tourismus ist nur gering entwickelt und nur um die Haupttouristenattraktionen herum. Die Touristen besuchen Santiago del Estero (die älteste Stadt in Argentinien) mit ihren historischen Gebäuden und Museen, Termas de Río Hondo und die heißen Quellen des Río Hondo mit seinen 200 Hotels und den Frontal Damm, wo Wassersport ausgeübt werden kann. Die Provinz beheimatet den Copo Nationalpark und 4 Naturschutzgebiete: Bañados de Figueroa, Sierras de Ambargasta, Sierra de Guasayan und Sierras de Sumampa.

Kultur

Einige wichtige Charaktere der Geschichte von Santiago del Estero sind Colonel Juan Francisco Borges, Führer des Unabhängigkeitskrieges (und Vorfahre des Schriftstellers Jorge Luis Borges), die Revolutionäre Mario Roberto und Francisco René Santucho, Gründer der Partido Revolucionario de los Trabajadores und der Ejército Revolucionario del Pueblo.

Im Bereich der Kunst sind die Maler des 19. Jahrhunderts, Felipe Taboada, Ramon Gómez Cornet, Carlos Sánchez Gramajo, Alfredo Gogna, Ricardo zu erwähnen, sowie Rafael Touriño in der bildenden Kunst. Weiter Jorge Washington Ábalos, Bernardo Canal Feijóo, Clementina Rosa Quenel and Julio Carreras (h) im Bereich der Literatur.

Santiagos musikalisches Erbe ist einer der bedeutendsten kulturellen Aspekte der Stadt: die typischen folkloristischen Stile des Chacarera ind Zamba. Einige berühmte Künstler und Gruppen sind die Manseros Santiagueños, Alfredo Ábalos, Jacinto Piedra und Raly Barrionuevo.

Politische Bezirke

Die Provinz Santiago del Estero ist in 27 Bezirke ( departamentos) aufgeteilt (hier mit der jeweiligen Bezirkshauptstadt in Klammern):

Aguirre (Villa General Mitre)
Alberdi (Campo Gallo)
Atamisqui (Villa Atamisqui)
Avellaneda (Herrera)
Banda (La Banda)
Belgrano (Bandera)
Capital (Santiago del Estero)
Choya (Frías)
Copo (Monte Quemado)
Figueroa (La Cañada)
General Taboada (Añatuya)
Guasayán (San Pedro de Guasayán)
Jiménez (Pozo Hondo)
Juan Felipe Ibarra (Suncho Corral)
Loreto (Loreto)
Mitre (Villa Unión)
Moreno (Quimilí)
Ojo de Agua (Villa Ojo de Agua)
Pellegrini (La Fragua)
Quebrachos (Sumampa)
Río Hondo (Termas de Río Hondo)
Rivadavia (Selva)
Robles (Fernández)
Salavina (Los Telares)
San Martín (Brea Pozo)
Sarmiento (Garza)
Silípica (Arraga)